Schloss Nymphenburg
Die Sommerresidenz Schloss Nymphenburg wurde dem bayrischen Kurfürstenpaar Henriette Adelaide und Ferdinand Maria von Savoyen anlässlich der Geburt des Thronfolgers Max Emanuel im Jahre 1662 geschenkt. Sie wurde nach italienischen Vorbildern errichtet und war ursprünglich lediglich ein Pavillon, der von einer Hofmarkskirche, wenigen Nebengebäuden und einem ummauerten Garten eingegrenzt wurde.
Die Geschichte
Fertiggestellt wurde die Residenz in der weinerzeit geplanten Form 1679. Ab 1701, inzwischen regierte Kurfürst Max Emanuel selbst, wurden Umbauten vorgenommen, die das Schloss in seinem heutigen Aussehen fertigstellen sollten. Unterbrochen wurden diese Arbeiten durch den spanischen Erbfolgekrieg, der Max Emanuel für elf Jahre ins Ausland zwang. Nach seiner Rückkehr 1715 wurde er von französischen Künstlern begleitet, die auf die weiteren Umbauten einen erheblichen Einfluss hatten. Den größten Anteil am neuen französischen Stil hatten Jacopo Amigoni, Dominique Girard und Joseph Effner. Jedoch wurden auch deutsche Künstler mit Arbeiten betraut, wie beispielsweise die Maler Beich, Disel, de Geer und der Stuckateur Johann Baptist Zimmermann. Die Zusammenarbeit aller ließ die Baustelle am Münchner Hof zu einem Zentrum der Kunst erster Klasse werden. In diese Zeit fiel auch die barocke Neugestaltung und Vergrößerung des Schlossgartens zu seiner heutigen Form und Größe. Der von 1726 bis 1746 regierende Kurfürst Karl Albrecht, ab 1742 auch Kaiser Karl VII., setzte die von seinem Vater begonnen Baumaßnahmen fort und bereicherte die Anlage durch ein Rondell, welches mit dem Schloss das Zentrum der sogenannten Carlsstadt bilden sollte. Im Zusammenspiel dieser Arbeiten entstand auch die Amalienburg im Nymphenburger Park. Der Pariser Architekt Francois Cuvilliés erschuf dieses graziöse Rokoko-Kleinod. Spezielle Hofwerkstätten und die besten Künstler aus jener Zeit sorgten für eines der bezauberndsten Gebäude jener Epoche.
Schloss Nymphenburg – heutiges Aussehen
Sein heutiges pompöses Aussehen erhielt der Festsaal von Schloss Nymphenburg unter dem Kurfürsten Max III. Joseph, erschaffen von Johann Baptist Zimmermann und Francois Cuvilliés. Gleichzeitig wurde die Gewölbezone der Schlosskirche umgestaltet, im vorderen Schlossbereich erhielt die Porzellanmanufaktur ihren Platz. Das Schloss blieb bis zum Schicksal des rätselhaften Königs Ludwig II. von Bayern die Lieblingsresidenz der bayrischen Kurfürsten und Könige. Bis heute übt es seine Faszination auf die Besucher aus, viele besuchen es mehr als einmal.
Bilder von Alexander Mertz – Fotolia

28. Dez, 2011 
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